Donnerstag, 17. April 2014

Ein günstiger Vorverstärker für den guten Ton

Filmt man mit VDSLRs oder Kameras von Blackmagic, so steht man, was die Tonqualität betrifft, schnell vor einem mehr oder weniger großen Problem, denn nach den ersten Tontests (Oder schlimmstenfalls den ersten wichtigen Aufnahmen) fällt einem mit großer wahrscheinlichkeit auf, dass die Aufnahmen stark verrauscht, zu leise und häufig gänzlich unbrauchbar sind!
Der Grund dafür liegt in den gerade bei Nikon und Blackmagic verbauten kamerainternen Vorverstärkern, die häufig von sehr schlechter Qualität sind. Eine ausnahmen bilden die Kameras von Panasonic, die durchaus brauchbaren Ton liefern.

Zur Lösung des Problems existieren einige, von spezialisierten Firmen hergestellte und damit meist teure, Lösungen in Form von separaten Vorverstärkern, die zwischen Mikrofon und Kamera geschaltet werden.
Die Qualität dieser Preamps (Beachtek sei hier als Beispiel genannt) ist sicherlich dem Preis angemessen; Für einige Einsatzzwecke ist es aber auch möglich, auf recht günstige Weise Abhilfe zu schaffen!
Dazu können wir ein Gerät zweckentfremden: Den iRig Pre.
Dieser kleine Vorverstärker ist eigentlich dazu gedacht, ein elektronisches Musikinstrument, wie beispielsweise eine E-Gitarre, mit Verstärkung des Signals, an ein Tablet oder Smartphone anzuschließen.
Ihr habt es sicher bereits gemerkt: Wenn wir "Tablet" durch "Kamera" und "Musikinstrument" durch "Mikrofon" ersetzen, erhalten wir, was wir wollen ;-)

Dabei besitzt der IRig sogar einen XLR-Anschluss, Phantomspeisung und einen Drehregler zur Lautstärkereglung, wodurch das Gerät sehr zum flexiblen Handling des Setups beiträgt.
Die einzige Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass das Gerät als Anschlussmöglichkeit lediglich über einen vierpoligen Spezialstecker für Tablets verfügt. Dies lässt sich auf zwei Arten umgehen:

1.
Man benutzt einfach diesen Adapter. Dies ist sehr simpel, aber auch wegen der zusätzlichen Verbindung umständlich, sowie unsicher, da die Adapter sehr instabil und somit fehleranfällig beschaffen sind.

2.
Man lötet den Adapter so um, dass seine Kopfhörerbuchse als direkter Signalausgang funktioniert. Das ganze kling schwieriger, als es ist und wird hier wunderbar beschrieben.

So weit, so gut. Aber wie steht es nun um die tatsächliche Qualität? 
Nach meinen Erfahrungen liefert der IRig auf jeden Fall ein gewisses Grundrauschen, das sich aber insofern in Grenzen hält, dass man für kleines Geld ein für viele praktische Belange sehr gut brauchbares Tonsetup erhält, welches sowohl für Szenisches, als auch dokumentarisches Arbeiten benutzbar ist.
Die Nikon D5200 war mit dem Rode NTG-2 von sich aus nicht zu gebrauchen, gleiches gilt für die BMD Pocket Cinema Camera. Bis jetzt habe ich den Irig bei vier Projekten eingesetzt und war immer vollkommen zufrieden mit den Ergebnissen!



So sieht dann mein aktuelles handheld-Setup aus. Ich habe den IRig an einer einfachen Blitzschiene angebracht, auf deren Blitzschuh die Mikrofonspinne angebracht ist. Sehr schön ist dabei, dass die hervorstehende Schiene einen zusätzlichen Kontaktpunkt mit dem Arm zur Stabilisiereung bietet.

Hier ist ein kurzes Beispiel mit unbearbeitetem Ton direkt von der BMPCC mit Irig und Rode NTG-2, welches von sich aus einen recht geringen Output liefert, für Krita:


Ich wünsche euch viel Spaß beim Testen!

PS: Zur Zeit beschäftige ich mich mit einer kleinen Idee, um günstig eine rudimentäre Pegelanzeige bei den BMD Kameras zu realisieren. Stay tuned!