Montag, 5. Mai 2014

Geschwungene Linien

English Version

Wie im vorherigen Blender-Tipp versprochen, möchte ich euch heute ein paar Ideen vorstellen, die sich darauf beziehen, was man so alles mit den Kurven im Compositor anstellen kann.

Was macht so ein RGB Curves Node denn normalerweise? Es handelt sich um die Zuordnung eines Eingangswertes auf der X-Achse zu einem Ausgangswert auf der Y-Achse, die als Graph abgebildet und somit für uns manipulierbar ist. Senken wir beispielsweise die Kurve für den Rotkanal in der linken Hälfte ab und erhöhen sie auf der Rechten, so dass wir eine S-Form erhalten, so wird der Rotanteil für die Pixel, in denen bereits wenig Rot vorhanden ist, weiter  verringert, während er für sehr rote Bereiche noch verstärkt wird.
Beliebt sind Kurven, nicht nur bei männlichen Usern, also, weil sie sehr genaue, wertabhängige Farbmanipulationen über eine grafische Benutzerschnittstelle bieten.

Aber wer sagt denn, dass man mithilfe der Kurven lediglich die RGB-Werte kontrollieren kann?
Wir könnten genauso gut ein Wenig mit den Hue, Saturation, Value Kanälen herumspielen! Dazu müssen wir nur durch entsprechende Separationen und Kombinationen den RGB Kanälen die HSV Werte zuordnen und das Ganze nach entsprechender Verarbeitung wieder rückgängig machen:


Wir können nun über die G-Kurve die Sättigung manipulieren, während wir über die B-Kurve die Helligkeit beeinflussen. Letzteres ist oftmals sehr praktisch, da sich die Farben nicht, wie bei der Verwendung der C-Kurve bei einem normalen RGB Curves Node, mitskalieren, sondern Sättigung und Luminanz separat kontrolliert werden können. Mit der R-Kurve kontrollieren wir den Farbton, aber das macht ein Hue-Correct Node schöner.

Aber müssen wir wirklich immer jeden Kanal in Relation zu seinem Eingangswert bearbeiten?
Wir könnten doch beispielsweise einmal versuchen, die Sättigung in Abhängigkeit vom Hellwert zu verändern.
Um das zu realisieren, bietet es sich an, sofern wir für die Sättigung wieder die G-Kurve nutzen wollen, den Value Output des Separate HSVA Nodes auch mit dem R Input des Combine RGBA Nodes zu verbinden. Dann vergleichen wir den Wert in diesem Kanal nach dem RGB Curves Node mit jenem davor und wenden die Differenz auf die Sättigung an. So sieht unser Setup dann aus:


Nun können wir also mit der G-Kurve die Sättigung abhängig von der Helligkeit steuern.

Das prinzip ist also, den Kanal, in dessen Abhängigkeit wir einen beliebigen Wert verändern möchten, mit einer Kurve zu manipulieren, und von dem neuen Wert den alten zu Subtrahieren, um die Veränderung, die wir durch die Kurve vorgenommen haben, zu extrahieren und dann auf den Wert, den wir manipulieren möchten, aufzuaddieren. Diese Technik stellt wieder einmal ein sehr praktisches Werkzeug dar, denn wir verfügen nun über die Möglichkeit, jeden beliebigen Wert in beliebiger Abhängigkeit zu verändern!

Eine sehr praktikable Anwendung, die ich noch erwähnen möchte, besteht in der Kontrolle der RGB-Werte durch die Helligkeit. Dies ermöglicht uns beispielsweise, Schattenbereichen eine andere Farbbalance zu geben, als den Mitten oder Lichtern. Das sieht also so aus:


Das war es auch schon wieder für's Erste. Das nächste Mal befassen wir uns mit Frequenztrennungen und ich zeige euch dabei ein paar Tricks, um Gesichter auf natürliche Weise zu glätten.